Der Blick auf das Ganze

Vorbegriffliche Kunst - Wahrnehmen, was den Dingn zugrunde liegt noch bevor sie in ein erlerntes gewohntes Muster einrasten!!

Die Geschichte, die wir uns selbst darüber erzählen,wie die Welt funktioniert, entscheidet letztendlich darüber, was wir wahrnehmen.

 

Nach einer gewissen Zeit sehen wir nur noch, was wir gelernt haben! Und wir haben gelernt, unseren Blickwinkel so stark zu verengen, dass wir viel weniger von der Welt sehen, als wir zu sehen glauben!

 

In unserer Kultur steht das Individuum im Mittelpunkt. Unsere Wahrnehmung ist fragmentarisch und atomistisch. Die subtilen Verbindungen zwischen den Dingen treten in den Hintergrund.

 

Unsere Philosophie, die Welt und wie wir uns selbst in Beziehung zu ihr setzen, entscheidet darüber, was wir tatsächlich wahrnehmen!

 

Im Westen sind wir so damit beschäftigt, was wir sehen in Einzelteile zu zerlegen und eher nach einzelnen Dingen zu suchen, als nach dem, was sie verbindet,dass uns oft der entscheidende Zusammenhang direkt vor unserer Nase entgeht!

 

Dies entspricht einem veralteten Weltbild: die Trennung von Subjekt und Objekt in der Newton`schen Physik! Tatsächlich sind alle Dinge auf einer tiefen Ebene miteinander verbunden. So zeigt es uns die neue Physik! Diese Erkenntnis hat bereits Eingang in andere Disziplinen, wie Medizin, Biologie, Religion.. gefunden.

 

Den Raum zwischen den Dingen sichtbar zu machen, ist genauso Thema in der ganzheitlichen Medizin, in der Epigenetik, in der Spiritualität, so wie auch in der Kunst. Überall geht es um Beziehung.

 

Der kreative Denker übt sich darin, Verbindungen und Zusammenhänge zu sehen.

 

Um die wahren Verbindungen zu sehen, die es im Raum zwischen den Dingen gibt, müssen wir gewissermaßen unsere kognitiven Prozesse ausschalten und die Welt einfach mit unseren Sinnen wahrnehmen.

 

Die Malerei ist quasi eine Technik, um den überanalytischen Neokortex auszuschalten und unsere angeborene Fähigkeit zur bewussten Wahrnehmung des Stroms von Rohdaten zu stärken. Als Kinder nehmen wir so wahr, weil alles noch neu ist in unserer Welt.

 

Was uns zu Pauschalisten macht, ist das Denken in Worten!

 

Studien zeigen, dass die menschliche Sprache oft das visuelle Gedächtnis unterdrückt und eine "verbale Überschattung" hervorruft.

 

Deshalb wirkt diese Denkweise beim Malen und Zeichnen eher hinderlich!

 

Man könnte kreatives Tun auch als Üben in Achtsamkeit bezeichnen: mit Aufmerksamkeit sehen, was wirklich da ist! Alle Bewertungen, Urteile, Vorstellungen, Einstellungen weglassen!!

 

Diese verzerren unsere alltägliche Wahrnehmung!!